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Tückische Chlamydien-Infektionen


Immer mehr Frauen und Männer betroffen


Infektionen mit Chlamydien gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Knapp 344.000 Erkrankungen zählte die europäische Gesundheitsbehörde ECDC im Jahr 2009. Typischerweise infizieren sich vor allem junge Frauen mit Chlamydien. Doch auch Männer können sich anstecken.

Infektion bleibt oft unbehandelt

Chlamydien sind Bakterien, die Scheide, Harnröhre und Gebärmutter befallen. Eine Infektion äußert sich meist durch schleimig-eitrigen Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen. Später können Frauen Schmerzen im Unterbauch und im Rücken spüren. Hält die Regelblutung länger an als üblich, deutet auch das auf eine Chlamydien­­infektion hin. Da diese Symptome sehr unklar sind, ahnen viele Frauen oft gar nicht, dass sie Chlamydien in sich tragen. Das ist tückisch, denn so breiten sich die Bakterien ungehindert im Becken aus und besiedeln schließlich Eileiter und Eierstöcke. Mit Folgen: Betroffenen Frauen drohen Eileiterentzündungen und Unfruchtbarkeit. Auch für Schwangere bedeuten Chlamydien nichts Gutes – sie riskieren, eine Eileiterschwangerschaft oder Frühgeburt zu erleiden.

Ansteckungsrisiko ungeschützter Sex

Eine andere Gefahr, die das Unwissen birgt: Infizierte Frauen können beim ungeschützten Geschlechtsverkehr Chlamydien auf den Partner übertragen. Vor allem bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ist die Infektionsrate hoch. Auf sie entfallen laut ECDC allein 75 Prozent aller Fälle. Zudem hat sich in den Jahren 2000 bis 2009 die Zahl der Erkrankungen mehr als verdoppelt. Frauen waren dabei zu 60 Prozent betroffen, Männer zu 40 Prozent. Bei ihnen befallen die Bakterien Harnröhre und Nebenhoden. Auch sie merken oft nichts davon.

Kondome und Arztbesuch schützen

Wer vorsorgen und sich vor einer Infektion schützen möchte, sollte auf Kondome nicht verzichten. Diese bieten zwar keinen hundertprozentigen Schutz, verringern aber die Ansteckungsgefahr deutlich. Das Beste allerdings ist, wenn Frauen bei Anzeichen wie eitrigem Ausfluss oder Unregelmäßigkeiten bei der Regelblutung zum Arzt gehen. Liegt eine Infektion mit Chlamydien vor, helfen Anti­biotika. Auch der Partner sollte sich untersuchen und, wenn nötig, behandeln lassen.

Ärztliche Vorsorge

Ärzte untersuchen Schwangere zu Beginn der Schwangerschaft routinemäßig auf Chlamydien. Sie bekommen bei einer Infektion ab der 14. Schwanger­schafts­woche Antibiotika verschrieben. Darüber hinaus gibt es einen Test zur Früherkennung. Junge Frauen unter 25 Jahren können sich auf Kosten der Krankenkasse einmal im Jahr testen lassen. Für alle anderen Frauen bezahlen die Kassen den Test nur, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht.


09.06.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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