Sport beugt Migräne vor
Bewegung so effektiv wie Medikamente
Wer unter Migräne leidet, muss heftige Kopfschmerzattacken fürchten. Betroffene greifen deshalb oft vorbeugend zu starken Medikamenten. Schwedischen Wissenschaftlern zufolge hilft regelmäßige Bewegung aber genauso gut.
Medikamente, Entspannung oder Sport?
Bei häufigen Migräneanfällen empfehlen Ärzte meist, Medikamente schon vorbeugend zu nehmen. Die Kopfschmerzattacken kommen dann weniger häufig, und Betroffene müssen seltener Schmerzmittel nehmen. Für diese Behandlung kommen unter anderem so genannte Antiepileptika zum Einsatz, darunter der Wirkstoff Topiramat. Forscher der Göteborg Universität sind nun der Frage nachgegangen, ob körperliche Aktivität ebenfalls vor den Attacken schützt.
Die Ärzte behandelten 91 Menschen, die unter häufigen Migräneattacken litten. Sie teilten die Probanden in drei Gruppen ein. Ein Drittel der Studienteilnehmer betrieb wöchentlich drei Mal 40 Minuten Sport, unter Aufsicht eines Physiotherapeuten. Eine weitere Gruppe versuchte mit Entspannungsübungen gegen die Migräne anzukommen. Die dritte Gruppe behandelten die Ärzte mit Topiramat. Ob die Therapien gegen den Kopfschmerz halfen, beurteilten die Wissenschaftler drei Monate später.
Weniger Kopfschmerzattacken durch Sport
Es zeigte sich, dass alle drei Ansätze Erfolg hatten: Die Probanden litten zwischen 80 und 90 Prozent seltener an Migräneattacken als zu Beginn der Studie. Dabei war das Sportprogramm ebenso effektiv wie die Entspannungsübungen und die Therapie mit Topiramat. Vor allem für Patienten, die keine Medikamente nehmen könnten, sei Sport deshalb eine gute Alternative, sagen die Forscher.
- Links:
- Die Studienergebnisse sind online in der Fachzeitschrift Cephalalgia veröffentlicht.
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