Blauer Farbstoff gegen Alzheimer
Ablagerungen im Gehirn unschädlich machen
Bisher gibt es gegen die Alzheimer-Krankheit kaum wirksame Medikamente. Deutsche Forscher geben nun Anlass zur Hoffnung: Sie fanden heraus, dass ein blauer Farbstoff die gefährlichen Eiweißablagerungen im Gehirn unschädlich macht.
Falsch geformte Eiweiße im Gehirn
Hinter neurologischen Erkrankungen wie der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit stecken fehlgeformte Eiweiße, die sich im Gehirn der Betroffenen ablagern. Diese unnatürlichen Eiweiße bilden über verschiedene Vorstufen große Ablagerungen, so genannte Plaques. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) gehen davon aus, dass die Vorstufen dieser Eiweißablagerungen für die Nervenzellen tödlich sind.
Giftige Ablagerungen umwandeln
An diesem Punkt setzen die Wissenschaftler an. Sie entdeckten im Laborversuch, dass der blaue Farbstoff O4 die Bildung der gefährlichen Eiweiß-Vorstufen verringert, indem er die Ablagerung großer Plaques beschleunigt. Der Farbstoff O4 ähnelt dem Pflanzenfarbstoff Orcein, welcher in Flechten vorkommt. „Das ist ein neuer Wirkmechanismus“, erklärt Studienleiter Erich Wanker vom MDC. „Bisher galt es als schwer, die Bildung der gefährlichen Vorstufen zu stoppen. Wenn unserer Theorie stimmt, wonach die Vorstufen der Eiweißplaques für die Nervenzellen tödlich sind, so hätten wir mit O4 einen neuen Mechanismus, um dort anzugreifen.“
Noch ist unklar, ob der Farbstoff O4 auch bei kleinen Mengen fehlgeformter Eiweiße wirkt, wie sie sich im Hirn von Alzheimer-Patienten finden. Weitere Studien müssen deshalb zeigen, ob der Farbstoff für eine Therapie der Alzheimer-Krankheit in Frage kommt.
Pollenflug
Vorhersage für Rhein.-Westfäl. Tiefland
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