Leinsamen bei Hitzewallungen unwirksam
Nahrungsergänzung bringt nichts
Aufsteigende Hitze und Schweißausbrüche belasten viele Frauen in den Wechseljahren. Dagegen sollen Leinsamen helfen. Einen Beleg dafür gibt es aber nicht, wie eine US-amerikanische Studie zeigt.
Pflanzlicher Hormonersatz
Leinsamen enthalten so genannte Phytoöstrogene – also pflanzliche Hormone, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. Nach der Menopause sinkt der Gehalt an Östrogen im Blut drastisch.
In der Folge leiden viele Frauen zwischen 50 und 55 unter den typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen. Die hormonähnlichen Substanzen in Leinsamen sollen den Östrogenspiegel heben und so aufsteigender Hitze vorbeugen.
Mehr Leinsamen – genauso starke Hitzewallungen
Dass dies jedoch nichts bringt, fand ein Forscherteam der Mayo-Klinik heraus. In einer dreimonatigen Studie untersuchten die Wissenschaftler 188 Frauen in den Wechseljahren. Drei Monate lang nahm eine Gruppe von ihnen täglich 40 Gramm zerstoßene Leinsamen zu sich. Die anderen Frauen erhielten ein Scheinpräparat ohne Wirkstoff.
Das Ergebnis: An Hitzewallungen litten alle Frauen gleich stark. Egal, ob sie Leinensamen aßen oder nicht. Demnach können Leinsamen wenig gegen Wechseljahrsbeschwerden ausrichten. Auch andere phytoöstrogenhaltige Pflanzen wie Soja haben sich in der Vergangenheit als unwirksam erwiesen.
Betroffene Frauen sollten es alternativ mit Präparaten aus Traubensilberkerze versuchen. Aber lassen Sie sich vorher vom Arzt beraten.
Auch ohne Medizin Beschwerden loswerden
Und denken Sie daran: Eine gesunde Lebensweise ersetzt oft das Medikament. Sport etwa belebt und bringt den Hormonhaushalt wieder ins Lot. Vermeiden Sie zudem den Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin. Auch kühle Abwaschungen oder lauwarme Halbbäder helfen gegen Hitzewallungen.
- Links:
- Die Studienergebnisse sind im Fachmagazin "Menopause" online veröffentlicht.
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