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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Männerkrankheiten » Erkrankungen der Prostata

Akute Prostataentzündung



Häufigkeit

Akute Prostataentzündung (Akute [bakterielle] Prostatitis): Durch Bakterien wie Escherichia coli und andere ausgelöste, akute, hochschmerzhafte Entzündung der Prostata. Tritt häufig bei älteren Männern zusätzlich zu einer Prostatavergrößerung auf, da sie durch Harnabflussstörungen begünstigt wird. Besonders bei Einwirkung von Nässe oder Kälte erkranken auch jüngere Männer, vor allem bei zusätzlich vorliegenden Harnröhrenverengungen. Die Erkrankung lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Rückfälle und ein Übergang zur (chronischen Prostataentzündung) sind jedoch nicht selten, wenn die Entzündung nicht ausreichend therapiert wird.

Leitbeschwerden

 

  • Starke Schmerzen in der Damm- und Analregion
  • Häufiger Harndrang, Abschwächung des Harnstrahls, evtl. Brennen beim Wasserlassen
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Hohes Fieber.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen bei erstmaligem Auftreten der Leitbeschwerden

Sofort in die Klinik bei hohem Fieber und/oder schlechtem Allgemeinzustand.

Die Erkrankung

Die akute Prostataentzündung wird meistens im Rahmen einer normalen Blasenentzündung ausgelöst, wenn Bakterien über die Harnröhre aufsteigen und in die Prostata gelangen. Besteht ein erhöhter Widerstand beim Wasserlassen, so können Bakterien regelrecht aus der Harnröhre in die dort mündenden Prostataausführungsgänge gepresst werden. Hinzu kommt oft auch Ausfluss aus der Harnröhre Harnröhrenentzündung. Die Prostata kann aber auch als Folge einer Entzündung der Nebenhoden oder Samenblasen über die Samenleiter mitinfiziert werden.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Wegweisend ist die Prostata-Tastuntersuchung, die als Befund eine druckschmerzhafte, angeschwollene Prostata ergibt. Der Nachweis einer bakteriellen Entzündung erfolgt mit dem Mittelstrahlurin. Bei bestehendem Ausfluss über die Harnröhre entnimmt der Arzt auch hier Abstriche, um seine Diagnose zu sichern.

Im akuten Stadium wird der Arzt keinen Ultraschall der Prostata durchführen, da hierdurch Keime in die Blutbahn gelangen können, was im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führt (Urosepsis, wie die von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung heißt). Zudem ist jeder Druck auf die Prostata bei einer akuten Prostataentzündung extrem schmerzhaft, so dass der Arzt auch mit dem Transrektalen Ultraschall (TRUS) bis zum Abklingen der Entzündung wartet.

Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist bei einer akuten Prostataentzündung je nach Ausprägung im Blut mäßig bis deutlich erhöht. Kontrolliert man den Wert einige Wochen später, so ist er im Gegensatz zum Prostatakrebs meist wieder im Normbereich. Falls nicht, erfolgen weitere Kontrollen. Gegebenenfalls wird nach erneuter ausreichender Antibiotikagabe und rektaler Schallkontrolle eine Gewebeprobe Biopsie entnommen, um Prostatakrebs auszuschließen.

Therapie. Der Arzt verordnet Antibiotika, für zwei bis vier Wochen meist Gyrasehemmer wie z. B. Ciprofloxacin (Ciprofloxacin Uropharm®). Unterstützend erhält der Patient entzündungshemmende Medikamente NSAR. Bei schwerem Verlauf ist in manchen Fällen eine Einweisung in die Klinik notwendig, um die Antibiotika hochdosiert per Infusion zu verabreichen und bei einer sich abzeichnenden Abszessbildung sofort chirurgisch eingreifen zu können.

Bei erhöhter Restharnmenge kann vorübergehend ein suprapubischer Katheter gelegt werden, wenn harntreibende Medikamente nicht ausreichend wirksam sind, um die Entzündung nicht durch das erschwerte Wasserlassen noch weiter zu verstärken.

Ultraschall-Verlaufskontrollen sind wichtig, um einen Prostataabszess, also eine „Abkapselung“ des Infektionsherds, begleitet von einer Eiteransammlung in der Prostata, rechtzeitig zu erkennen. Bei ausgeprägter Abszessbildung hilft oft nur noch eine operative Eröffnung und Entfernung des Abszesses, um eine lebensbedrohliche Blutvergiftung zu verhindern. Bei weniger ausgeprägtem Befund kann auch mit Antibiotika weiter behandelt werden.

Komplementärmedizin

Wärmeanwendungen, wie z. B. ansteigende Fußbäder oder Sitzbäder mit Kamille oder Heublumen ersetzen zwar keinesfalls die Behandlung mit Antibiotika, wirken aber schmerzlindernd auf Prostata und Blase und können deshalb begleitend eingesetzt werden. Anschließend sollte der Patient Ruhe halten oder am besten gleich zu Bett gehen.


19.03.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler


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